Verein für Luftfahrt Aßlar e.V.

Verein für Luftfahrt Aßlar e.V.

Verein für Luftfahrt Aßlar e.V.

VfL Aßlar e.V.

Mitglied des Hessischen Luftsportbundes e. V. im deutschen Aeroclub. Mitglied des Landessportbundes

Status: nicht eingeloggt

Veranstaltungen:



Die Geschichte des VfL Aßlar e.V.


Dieses Bild zeigt die Gründer des Vereins für Luftfahrt Aßlar e.V.
Aufgrund des Alters wird um eure Mithilfe gebeten: Wer ist auf dem Bild zu sehen? Ebenso wäre es schön zu erfahren, was aus den Gründern geworden ist.

 

Bericht von Karl Schmidt (* 11. Juli 1910 - † 24. Oktober 1997):

1927 hörte ich von meinem gleichaltrigen Vetter Fritz Schmidt, der in Aßlar in meiner Nähe wohnte und die Oberstufe des Gießener Realgymnasiums besuchte, dass in der Turnhalle seiner Schule in Gießen Teile eines Gleitflugzeuges gebaut würden. Mein Vetter fragte mich: “Willst Du mal mitkommen und dir die Sache ansehen?“ (Karl war mit Primareife am 9. April 1927 vom Staatlichen Goethe Gymnasium Wetzlar abgegangen und arbeitete in der Firma seines Vaters Karl Schmidt.) Da mich die Sache mit der Segelfliegerei interessierte, sagte ich zu. Abends fuhren wir dann mit dem Zug nach Gießen, da dort überwiegend abends gebaut wurde.
Die Gießener Segelfliegergruppe wurde von den Brüdern Karl und Fritz Schmidt geleitet. (Eine zufällige Namensgleichheit mit den Aßlarer Vettern Karl und Fritz Schmidt. Die Gießener Brüder und die Aßlarer Vettern mit den gleichen Namen waren nicht verwandt.)

Das Gebäude des Realgymnasiums war in Gießen in der Ludwigstraße. 1938 wurde die Schule in “Langemarckschule“ umbenannt. Bei einem Bombenangriff wurde das Schulgebäude 1944 zerstört. 1945 wurde die Schule in “Altes Realgymnasium“ umbenannt, und die wieder aufgebaute Schule wurde später bezogen.
1956 erhielt die Schule den Namen “Herderschule“ und 1970 bezog die Schule in ein neues Gebäude im Westteil der Stadt Gießen. Die “Liebigschule“ übernahm das alte Schulgebäude in der Ludwigstraße.Zögling 35

Die Gießener Brüder Schmidt hatten in den Schulferien auf der Wasserkuppe die A- und B- Prüfung geflogen. Dort hatten sie auch alles gelernt, wie man ein Gleitflugzeug selbst bauen konnte. Von der Schulleitung ihrer Schule erhielten sie die Erlaubnis, auf der Empore der Schulturnhalle ein Gleitflugzeug zu bauen.

Gebaut wurde ein  “10m Zögling“, welchen das DFS (Deutsches Forschungsinstitut für Segelflug) entwickelt hatte.

So konnte ich bei der Gießener Gruppe Erfahrungen beim Bau des Gleitflugzeugs sammeln. Die Brüder Schmidt waren beim Arbeiten sehr genau und forderten auch große Genauigkeit von ihren Fliegerkameraden.
Die Gruppe suchte zum Fliegen ein Hanggelände, welches aus der Ebene nicht zu steil ansteigt. Bekannt als Segelfluggelände war damals Hirzenhain im Dillkreis. Die damalige Methode, ein Segelflugzeug in die Luft zu bringen, war der Gummiseilstart. Das Startseil bestand aus vielen dünnen Gummifäden, welche fest mit Leinwand umspannt waren. Es gab 600-, 800-, und 1000fädige Startseile mit einer Länge von ca. 20 Metern. Das Startseil wurde mit einem Ring in den Starthaken, welcher vorne am Flugzeug war, eingehängt. Zum Starten wurde das Seil V-förmig vor das Flugzeug abgelegt. Auf die Kommandos “Ausziehen“ und  “Laufen“ zogen sechs bis acht Helfer daran und hinten hielten zwei bis drei Helfer das Flugzeug fest. Auf das Kommando “Los“ ließ hinten die Haltemannschaft das Flugzeug los und das Flugzeug wurde wie mit einer riesigen Steinschleuder in die Luft katapultiert.
Nach Fertigstellung wurde der “10m Zögling“ zerlegt und mit der Bahn auf einem Güterwagen von Gießen nach Hirzenhain transportiert. Am Bahnhof Hirzenhain wurde das Flugzeug ausgeladen und dann auf einem einachsigen Karren ins Dorf gezogen. Das Startseil war auch dabei. Das Flugzeug stellten wir in einer Hirzenhainer Halle unter. Die Unterkunft der Gruppe war mitten im Dorf in einem Raum über der Backstube des Backhauses. Der Weg von dort zum Fluggelände war weit.
Die Schulungsmethode war damals die Einsitzermethode. Der Flugschüler war von Anfang an auf sich alleine gestellt. Begonnen wurde mit Rutschern in der Ebene. Dann startete man am Hang von einem immer höheren Ort, bis es schließlich zu einem Freiflug kam. Ein Geradeausflug von mindestens 30 Sekunden und eine glatte Landung waren Bedingung für das Bestehen der “A-Prüfung“. Mein Vetter Fritz und ich haben damals in Hirzenhain die “A-Prüfung“ bestanden.

Nach Beendigung unserer Flugzeit in Hirzenhain zerlegten wir unser Flugzeug und schickten es per Bahntransport wieder nach Gießen. Das war sehr zeitaufwendig.

Inzwischen war in Wetzlar auch eine Segelfluggruppe entstanden (Wetzlarer Verein für Luftfahrt, gegründet 1929), welche auf der “Hohen Warte“ bei Aßlar schulte. Die Gruppe wurde von der Firma Leitz unterstützt. Die Firma Leitz hatte der Gruppe eine Halle mit einem Aufenthaltsraum auf der Hohen Warte in Aßlar gestiftet.
Mein Vetter Fritz und ich machten der Gießener Gruppe den Vorschlag, statt in Hirzenhain auf der Hohen Warte bei Aßlar zu schulen, weil dann öfters geflogen werden konnte. Aber wie konnten wir unser Flugzeug von Gießen nach Aßlar auf die Hohe Warte bringen? Die Gießener Brüder Fritz und Karl Schmidt waren erfinderisch und so bauten wir für unser Flugzeug einen einachsigen Transportkarren. An der Achse des Karrens wurde eine 2 – 3m lange Zugstange angebracht. Die Kufe des Flugzeugs kam in eine Befestigung auf der Achse. Der Gitterschwanz mit Seiten- und Höhenleitwerk wurde abmontiert und dann vorne am Spannturm befestigt. Die Flächen wurden längs in Fahrtrichtung festgemacht. Vier bis sechs Mann auf Fahrrädern zogen mit Seilen den Wagen und hinten hielten zwei Mann die überstehenden Flächen.
So transportierten wir unser Flugzeug auf der Straße von Gießen über Heuchelheim und Atzbach nach Aßlar. Dort stellten wir das demontierte Flugzeug in der Scheune meiner Eltern (Hauptstraße 127, heute: Marienstraße 7) unter.

Mit dem Transportkarren wurde das Flugzeug dann auf die Hohe Warte gebracht und dort zusammengebaut. Als Gäste der Wetzlarer Segelflieger starteten wir dann von der Hohen Warte in Aßlar.

Zögling beim Start Zögling beim Flug

Auf der Hohen Warte machte ich meine Flüge für die “B-Prüfung“. Nach fünf Flügen mit über einer Minute Flugzeit, mit S-Kurven und mit glatten Landungen erhielt ich im Juni 1930 den Gleitfliegerausweis. Nach sammeln weiterer Flugerfahrung wurde ich 1931 Sportzeuge für die Abnahme von Gleit- und Segelflugprüfungen (A-Prüfungen).

Die Gießener Gruppe bestand fast ausschließlich aus Oberschülern des Realgymnasiums, welche nach dem Abitur fast alle außerhalb von Gießen ein Studium begannen. Für das Segelfliegen auf der Hohen Warte in Aßlar gab es dann kein Interesse mehr. So wurde der Zögling der Gießener Gruppe demontiert und zurück nach Gießen gebracht, wo er in einer Garage untergestellt wurde.

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Mein Vetter Fritz, welcher noch in Aßlar wohnte und in Gießen Chemie studierte, und ich wollten uns der Wetzlarer Segelfliegergruppe nicht anschließen und so kamen wir zu dem Entschluss, in Aßlar eine eigene Segelfliegergruppe zu gründen und gaben dies in Aßlar bekannt

Die Gründungsversammlung des V.f.L. Aßlar wurde im Februar 1932 im Gasthaus Schmidt (genannt Beckersch) in Aßlar vollzogen. Die Unterlagen von dieser Zusammenkunft, die ich aufgehoben hatte, wurden von meinen Eltern verbrannt, als unser Haus im März 1945 von amerikanischem Militär besetzt wurde, während ich in amerikanischer Kriegsgefangenschaft war.

Aufstellung der ersten Mitglieder des  V.f.L. Aßlar nach den Festschriften zum 50- und 60jährigen Bestehen des Vereins:
Richard Althen, Karl Daniel, Wilhelm Diehl, Richard Fries, Willi Gerth, Jakob Gens, Otto Keiner, Richard Keiner, Wilhelm Kunzig, Heinrich Löll, Fritz Pfeiffer, Adolf Reuter, Oskar Rinker, Willi Schaub, Otto Schmidt ( Vetter, gefallen als Flieger am 28.08.40 bei Brest ), Walter Schmidt ( Vetter, gefallen als Flieger am 25.07.43 bei Messina ), Adolf Schneider, Otto Uhl, Heinrich Zehner.

Ein Mitgliedsbeitrag konnte bei unserer ersten Zusammenkunft noch nicht festgesetzt werden. Die Materialien für den Bau des Gleitflugzeuges mussten aus eigener Tasche bezahlt werden. Da ich in Aßlar im väterlichen Betrieb arbeitete, musste ich alle Verwaltungsarbeiten für den Verein übernehmen, wobei mich mein Vetter Fritz unterstützte.

Zuerst meldeten wir unsere Gruppe beim “Deutschen Luftfahrtverband“ an und bestellten die Pläne für den Bau eines “10m Zöglings“. Doch wo konnten wir bauen und woher konnten wir geeignetes Werkzeug für den Flugzeugbau bekommen? Da mein Vater den damaligen Rektor der Schule – Herrn Schäfer – gut kannte, fragte ich diesen, ob er uns abends den Kohlekeller der Schule in der Bornstraße für den Bau von Teilen für ein Gleitflugzeug zur Verfügung stellen könnte. (Der Kohlekeller war dort, wo heute das evangelische Gemeindehaus ist.) Herr Rektor Schäfer gab uns die Erlaubnis und so konnten wir mit der Arbeit beginnen.

Zuerst bauten wir die Rippen für die Flächen. Von den Gießener Brüdern Schmidt bekamen wir den Schablonenkasten für den Bau der Flächenrippen. Mit diesem konnten etwa fünf Rippen gleichzeitig geleimt werden. Als Material benötigten wir dünne Leisten aus Kieferholz und dünnes Birkensperrholz. Sämtliches Material musste von der Beschaffungsstelle des Deutschen Luftfahrtverbandes bezogen werden, welche das Material geprüft hatte. Zum Leimen verwendeten wir Kaltleim. Werkzeug kauften wir, oder liehen uns das bei Aßlarer Schreinern. Mit Richard Althen und Willi Gerth hatten wir zwei Schreiner in unserer Gruppe, welche uns wertvolle Hilfe leisteten.

Karl Schmidt2

Nach Fertigstellung der Rippen für die beiden Flächen benötigten wie aber einen größeren Raum zum Weiterbauen und so gingen wir in eine ungenutzte Halle im Mühlweg bei Oskar Uhl. Weil wir eine eigene Werkstatt haben wollten, kauften wir für einen geringen Geldbetrag beim Ausbesserungswerk der Reichsbahn in Limburg einen ausrangierten Eisenbahnwaggon. Die Reichsbahn brachte den Waggon nach Wetzlar zum Güterbahnhof. Mit einem Kran wurde der Waggon dann dort auf einen starken Plattwagen der Firma Völk / Wetzlar geladen.

Vier Pferde zogen den Wagen nach Aßlar. Von der Gemeinde Aßlar hatten wir zur Aufstellung des Waggons einen Platz in der “Lehmkaut“ bei der Dreschhalle zur Verfügung gestellt bekommen. (Heute ist dort eine Turnhalle an der Bornstraße.) Die Ecke von der Mittelstraße zur Bornstraße war sehr eng, aber der erfahrene Fuhrmann der Firma Völk konnte diesen Engpass meistern.
Am Standort wurde der Waggon über Rundhölzer mit Winden von dem Platt-wagen auf sein Fundament aus Bruchsteinen gezogen. Wir nagelten die seitlichen Schiebetüren des Waggons zu und sägten am Kopfteil einen neuen Eingang heraus. Den Stromanschluss an der Dreschhalle durften wir mit Genehmigung der Gemeinde kostenlos nutzen. Da sich herausstellte, dass unsere Werkstatt zu klein war, kauften wir einen zweiten Eisenbahnwaggon, welcher wie der erste nach Aßlar gebracht wurde und parallel neben dem ersten aufgestellt wurde. Die beiden innenliegenden Längswände nahmen wir heraus, der Zwischenraum erhielt einen Fußboden und beide Waggons wurden mit einem flachen Giebeldach überdeckt. So hatten wir einen Raum geschaffen, in welchem wir die Flächen und den Spannturm unseres Zöglings zusammenbauen konnten.

Karl Schmidt 005

Bei unserem Gleitflugzeug mussten Flächen, Spannturm und Gitterschwanz mit Drahtseilen steif mit dem Leitwerk verbunden werden. Am Ende der Drahtseile waren Spannschlösser, mit welchen die Teile fest miteinander verbunden wurden. Die Drahtseilenden mussten gespleißt werden. Heinrich Löll, welcher im Drahtwerk Berkenhoff & Drebes – heute Thyssen Draht – arbeitete, beauftragte einen Arbeitskollegen, die Kabelenden für unseren Zögling zu spleißen.
Wir montierten unseren  10m Zögling außerhalb unserer Werkstatt zusammen und überprüften, ob alles richtig zusammenpasste.

Als alles in Ordnung war, zerlegten wir den Zögling wieder, stellten ihn in die Halle und beantragten die Rohbauabnahme. Zu dieser Prüfung kam ein Prüfer aus Darmstadt. Es gab keine Beanstandungen und so konnten wir unser Flugzeug fertig bauen. Wir bespannten die Flächen und die Leitwerks- und Steuerteile mit Stoff und lackierten alles. Danach erfolgte die Fertigabnahme. Der DLV schenkte uns bei der Abnahme ein 600-fädiges Startseil.

Die ersten Rutscher mit unserem selbstgebauten "10m Zögling" machten wir nach zwei Jahren und acht Monaten Bauzeit auf der Hohen Warte in Aßlar im Herbst 1934. Jeder der Segelfliegerkameraden kam zum Fliegen. Je nach Veranlagung brauchte der eine mehr und der andere weniger Starts zum Ablegen der A-Prüfung. Alle Flüge mit dem "10m Zögling" von der Hohen Warte waren Gleitflüge. Vom Startpunkt am Hang ging es langsam abwärts ins Tal. Ein Höhengewinn war nicht möglich.
Da in unserer Gruppe schon drei Kameraden die B-Prüfung abgelegt hatten (Heinrich Löll, Otto Uhl und ich), kam der Wunsch auf, auch weitere Leistungen (die C-Prüfung) zu erfliegen. Hierfür mussten wir ein anderes Flugzeug bauen, welches zum Segeln geeignet war. Von der DFS war ein geeignetes Segelflugzeug entwickelt worden, welches ohne zu hohe Anforderungen selbst gebaut werden konnte. Der “12m Zögling“, Mittelbau mit Gitterschwanz, abgestrebt mit 4 Streben, Mittelteil einschließlich Sitz verkleidet. Zum Transport unseres Flugzeuges fertigten wir einen einachsigen Transportanhänger an.

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Nun warteten wir sonntags auf Nordwestwind. Am 31. Mai 1936 war der Wind günstig. Wir luden unseren 12m Zögling auf den Transportanhänger und fuhren nach Hirzenhain. Dort in der Segelflugschule waren immer Fluglehrer und Luftpolizei für die Flugleitung. So konnte ich mit dem 12m Zögling an diesem Tag starten. Mein Flugauftrag war, über dem Hang hin- und her zu segeln, bis ich die Aufforderung zur Landung bekam. Mein Flug dauerte  20 Minuten und 48 Sekunden, damit erfüllte ich die Bedingung für die C-Prüfung, welche mindestens 5 Prüfungsflüge mit einer Flugzeit von über 5 Minuten zur Voraussetzung hatte. 1937 flog auch Heinrich Löll in Hirzenhain mit einem Flug von 11 Minuten und 50 Sekunden die C-Prüfung.

Eine fliegerische Verbesserung gab es durch die Einführung von Windenstarts. Die Fluglehrer, welche bisher nur eine Genehmigung für die Schulung mit Gummiseilstart hatten, mussten einen Kurs für Windenstarts machen. Walter Bauer, der jüngste Sohn des Betriebsleiters der Firma Leitz, und ich gingen zusammen zu einem Lehrgang für Windenstarts nach Babenhausen. Nachdem wir die Berechtigung für Windenstarts hatten, wurde eine Winde angeschafft. Ein Horch mit 8 Zylinder-Motor wurde so umgebaut, dass nur ein Antriebsrad angetrieben wurde. Wie mit einem normalen Pkw wurde zum Flugplatz gefahren. Dann wurde das rechte Hinterrad hochgebockt und gegen eine Seiltrommel ausgetauscht.
Das Seil wurde von der Trommel auf Rollen unter dem Trittbrett am Vorderrad vorbei, durch eine Kappvorrichtung nach vorne geführt. Geschult wurde mit einem 10m Zögling, an welchem für den Windenstart eine Schleppkupplung angebracht worden war. Der Flugschüler musste das Schleppseil selbst ausklinken. Begonnen wurde mit Rutschern und dann wurde die Schlepphöhe allmählich gesteigert. Der auf der Winde sitzende Fluglehrer gab das Zeichen zum Ausklinken. Wir schulten damals auf dem ehemaligen Gießener Flugplatz und, wenn der Boden nach der Ernte trocken war, auch in den Garbenheimer Wiesen.

Karl Schmidt 001 (Medium)

Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann, kam für uns alle das Ende der Segelfliegerei, weil die älteren Kameraden und ich auch zum Militär eingezogen wurden. Die Vereine wurden durch Gesetz Ihrer Eigenständigkeit beraubt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 gab es in Deutschland große politische Ver-änderungen. Die Sportverbände wurden auf eine mögliche vormilitärische Ausbildung überprüft und von der Organisation der Nazionalsozialisten übernommen. So kamen 1935 die Rudervereine in das NS-Marinekorps. Als einer der letzten Verbände wurde der Deutsche Luftsportverband per Führererlass vom 17. April 1937  Nationalsozialistisches Fliegerkorps (NSFK). Bei dieser Umorganisation wurden die Aßlarer und die Wetzlarer zu einer Segelfliegereinheit zusammengelegt.

1944 - Karl Schmidt kommt als Fluglehrer nach Asslar
In seinem Vortrag zum 50.-jährigen Jubiläum des VfL Aßlar berichtet Karl Schmidt am 31.07.1982, dass die Segelflugübungsstelle “Hohe Warte/Aßlar“ ihn 1944 als Übungsstellenleiter angefordert hätte und er daraufhin von Langendiebach nach Aßlar abkommandiert worden wäre.

Am 27. März 1945 besetzte die US Army Aßlar. Karl Schmidt ging in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Dort wurde er am 1.09. 1945 “Medical Category physical fit“ wieder nach Aßlar entlassen.

Nach der Besetzung durch die US Armee wurden alle Geräte und Segelflugzeuge zerstört oder beschlagnahmt, gleichzeitig wurde durch die Siegermächte für die gesamte Fliegerei Flugverbot erteilt.

Wir gedenken unserer Fliegerkameraden,
die im Krieg an vielen Fronten und Ländern
Ihr Leben verloren haben.
Wir werden Ihnen
ein ehrendes Andenken bewahren.

Als der Krieg 1945 beendet war, wurden alle Anlagen sowie Fluggeräte beschlagnahmt oder zerstört, gleichzeitig wurde durch die Siegermächte für die gesamte Fliegerei Flugverbot erteilt. Trotzdem fand man sich in Aßlar wieder zu zwanglosen Gesprächen zusammen, um nach dem Flugverbot, welches 1951 aufgehoben wurde, wieder fliegen zu können.

1952 wurde eine Zusammenkunft arrangiert, bei der Theo Ruppert zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Nichts war wichtiger, als sofort mit dem Bau eines neuen Schulgleiters zu beginnen. Als erste Werkstatt konnte man bei Konrad Keiner, Bachstraße, einen Stall benutzen. Nach 1½ jähriger Bauzeit wurde der neue "Zögling" in Wetzlar eingeflogen.

Mit Genehmigung des Gemeindevorstandes Aßlar wurde über den Regierungspräsidenten in Wiesbaden die "Hohe Warte" als Fluggelände zugelassen. Während Sonntag für Sonntag Übungsflüge mit dem Schulgleiter durchgeführt wurden, begann in der neuen Werkstatt im Hause Haupt der Bau eines weiteren Flugzeuges vom Typ "Grunau Baby II".

Richard Keiner wurde 1. Vorsitzender. Nach Fertigstellung des "Grunau Baby II" kamen erneut große Probleme auf den Verein zu. Die Preußag baute am unteren Hang der Hohen Warte eine Hochspannungsleitung, so dass der Verein gezwungen war, sich um ein anderes Fluggelände zu bemühen. Karl Zipp übernahm als 1. Vorsitzender die Leitung des Vereins. Im Gasthaus Schmidt wurde eine fliegerische Interessengemeinschaft Aßlar-Braunfels-Wißmar gegründet. Gemeinsam wurde in Braunfels eine Winde gebaut. Wißmar stellte einen Übungsdoppelsitzer (Doppel-Raab) zur Verfügung. Nach vielen Verhandlungen mit Grundstückseigentümern sowie den Gemeindevorständen der Gemeinde Aßlar und Werdorf konnte das Gelände auf der Lattigkaut unter dem Namen "Aßlarer Hütte" vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden zugelassen werden. Zwischenzeitlich wurde, in der von der Firma Berkenhoff und Drebes kostenlos zur Verfügung gestellten Werkstatt, eine eigene Winde gebaut.

Die Gruppe Braunfels schloss sich dem VfL Wetzlar e. V. an.

Die beiden Vereine Aßlar und Wißmar begannen 1959 mit dem Doppel-Raab aus Wißmar und dem Grunau-Baby aus Aßlar einen Segelflugbetrieb mit Windenschulung auf dem neuen Gelände "Aßlarer Hütte". Dies war der Startschuß zu weiteren Bemühungen.
Der VfL Aßlar erwarb 1961 von der Firma Schleicher, Poppenhausen, einen neuen Übungsdoppelsitzer zum Preis von 12.000,-- DM. Die Mitgliederzahl sowie die Zahl der Flüge nahm von diesem Zeitpunkt an stetig zu. Im Januar 1962 wurde Werner Ache zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im März des gleichen Jahres erfolgte die Eintragung des Vereins beim Amtsgericht Wetzlar.

Am 2. Mai 1962 wurden auf dem Schulhof in Aßlar die beiden Flugzeuge unter großer Beteiligung der Bevölkerung sowie des Hessischen Fernsehens durch den ersten Beigeordneten August Gerlach auf die Namen "Ernst Berkenhoff" (Ka 7) sowie "Hohe Warte" (Baby) getauft. Am Nachmittag dieses Sonntages, wurde durch den damaligen Landtagsabgeordneten Dr. Werner Best auf dem Fluggelände der Grundstein zum Bau einer Flugzeughalle gelegt. Im Anschluß an die Grundsteinlegung wurde den Gästen des VfL mit dem neuen Doppelsitzer Aßlar aus der Vogelperspektive gezeigt.

Nach unermüdlicher Arbeit aller aktiven Mitglieder, konnte die "Dr.-Georg-August-Zinn-Halle" im September 1962 eingeweiht werden. Durch die Fertigstellung des Hallenbaues war der allwöchentliche Transport sowie Auf- und Abbau der Flugzeuge beseitigt. 1963 wurde eine "Olympia-Meise" gekauft.

Die Wißmarer Gruppe verkaufte den Doppel-Raab und erwarb ebenfalls eine "Olympia-Meise", so dass den Mitgliedern 1963 und 1964, ein Doppelsitzer und drei einsitzige Segelflugzeuge zur Verfügung standen. Im Herbst 1963 übernahm der VfL Aßlar die gesamten Fluggeräte der Wißmarer Gruppe. Verschiedene Wißmarer schlossen sich dem VfL an.

H. Geuß, W. Diehl und E. Scherbaum führten mit Genehmigung des Rektors, Herrn Hofmann, in einem Schulraum samstags Modellbau-Unterricht ein. Eine Modellfluggruppe wurde gegründet.

Im Januar 1964 wurde der Bau einer Werkstatt mit Clubheim beschlossen. Unter dem Motto "Wer nicht buddelt, darf auch nicht fliegen" wurde im April mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen. Ohne Einschränkung des Flugbetriebes in der Saison 1964 wurde am Samstag, dem 5. September 1964 mit einer Veranstaltung in der Flugzeughalle das neue "Clubheim" seiner Bestimmung übergeben.

Im Winter wurde in der neuerbauten Werkstatt eine neue fahrbare Winde gebaut. Von der Luftsportgruppe Lindau/Bodensee wurde ein weiteres Segelflugzeug vom Typ Ka 8 b gekauft. Die Saison 1965 wurde zu Ostern mit dem Besuch der Jugendgruppe aus Saint Ambroix eröffnet.

Durch den erweiterten Flugzeugpark und die ununterbrochene Schulung auf dem Aßlarer Gelände konnten 1965  1718 Starts durchgeführt werden. Die Piloten des VfL erflogen verschiedene Leistungen zur Silber- und Gold-C. Damit wurde dem Leistungsflug Auftrieb gegeben.

Der Ausbau des Schleppweges (Grenzweg zwischen Aßlar und Werdorf) wurde durchgeführt.

Am 26. und 27. Februar 1966 wurde in Aßlar die Jahreshauptversammlung des Hessischen Luftsportbundes durchgeführt. Desweitern wurden im Frühjahr die beiden Segelflugzeuge Olympia Meise verkauft. Ein zweites Segelflugzeug vom Typ Ka 8 b wurde angeschafft. H. Ließfeld und R. Meyer kauften sich je ein Segelflugzeug vom Typ Ka 6 CR. H. Haas brachte ein Flugzeug vom Typ L-Spatz mit, so dass den Mitgliedern in dieser Saison acht Segelflugzeuge zur Verfügung standen. Leider wurde bei einem Überlandflug im Juni 1966 eine Ka 8 b zerstört.

Neun Piloten erwarben in Breitscheid die Flugzeugschleppgenehmigung.

Zwischen der Halle und dem Clubheim wurde ein Gebäude zur Unterbringung des Stromaggregates sowie des Winden-Kraftstoffes errichtet. Die Gesamtflugzeit der Saison 1966 konnte von 296 Stunden aus 1965 auf 400 Stunden erhöht werden.

Im September wurde wie in den Vorjahren auf der "Hohen Warte" ein Modellwettbewerb durchgeführt.

Mit einer Ausstellung von Segelflugzeugen und Modellflugzeugen in der Volkshalle Ehringshausen beginnt die Saison 1967. H. Ließfeld und R. Meyer erflogen sich je einen Diamanten zur Gold-C. Die Piloten K. Wagner und H. Ließfeld nahmen am Sternflug zum "Hessentag" in Bad Hersfeld teil. Beim dezentralen Segelflugwettbewerb des Hessischen Luftsportbundes belegte H. Ließfeld einen beachtlichen 4. Platz.

Im September wird der alljährliche Modellflugwettbewerb auf der "Hohen Warte" durchgeführt.

Im Frühjahr 1968 wurde vom Aero-Club Bad Nauheim eine Ka 6 CR zum Preis von 12.500,-- DM gekauft. Mit diesem Kauf soll der Leistungsflug im VfL erweitert werden. Klaus Wagner erzielte am Karfreitag mit dem neuen Segelflugzeug einen freien Streckenflug von 530 km nach Chatillon-Coligny (Frankreich) und erreichte somit einen weiteren Diamanten zur Gold-C.

Über Ostern wurden von den Piloten des VfL 1100 km zurückgelegt, am 22. Mai 1968 der 1968 der 10.000 Start auf dem Fluggelände "Aßlarer Hütte" durchgeführt. Am 13. Juli wurde anläßlich der Taufe der neuen Ka 6 CR auf den Namen "Gemeinde Aßlar" erstmals ein Sternflug für Segelflugzeuge nach Aßlar durchgeführt. Es landeten Segelflugzeuge aus Frankfurt, Gedern, Gießen, Gelnhausen, Hirzenhain und Wetzlar. Insgesamt landeten 18 Piloten. Sieger wurde Helmut Rohne vom VfL Wetzlar.

Beim dezentralen Wettbewerb des Hessischen Luftsportbundes belegte der VfL den 5. Platz in der Mannschaftswertung. In der Einzelwertung wurde H. Ließfeld fünfter.

Der 12. Modellflugwettbewerb auf der "Hohen Warte" wurde im September unter großer Beteiligung der Jugend durchgeführt.

Die Beleuchtung mit dem Stromaggregat läßt bei den Winterarbeiten immer größer werdende Schwierigkeiten aufkommen, so dass sich der Vorstand gezwungen sah, in Zusammenarbeit mit dem Gemeindevorstand und der EAM einen Anschluss an das Stromnetz zu planen. Im Frühjahr 1969 wurde in Gemeinschaftsarbeit ein Stromkabel sowie eine Wasserleitung entlang der Hohen Straße verlegt. Am 16.06.1969 konnte im Clubheim ein sogenanntes "Wasserfest" gefeiert werden.

Die Flugsaison 1969 erbrachte für den VfL Aßlar beim dezentralen Segelflugwettbewerb des Hessischen Luftsportbundes den 1. Platz in der Mannschaftswertung. Klaus Wagner wurde 3. in der Einzelwertung. Am 15. Juni wurden auf dem Aßlarer Fluggelände die Ausscheidungen zum Jugendvergleichsfliegen des HLB durchgeführt. Bei den Deutschen Modellflugmeisterschaften auf der Wasserkuppe wurde Dieter Huttel "Deutscher Meister".

Am 28. September wurde der Modellflugwettbewerb erstmals auf dem Segelfluggelände ausgetragen. 500 Zuschauer konnten die schönen Flüge der Modellflugzeuge von 60 Teilnehmern bewundern. Gestartet wurde in acht verschiedenen Klassen.

Im Dezember wird vom Luftsportclub Bottrop ein Motorsegler vom Typ SF 25 A (Motorfalke) gekauft.

Mit dem Ausbau der Ost-Weststrecke wird noch im Winter begonnen. Mit Hilfe verschiedener Firmen, des Gemeindevorstandes sowie der Arbeit aller aktiven Mitglieder konnte im Frühjahr 1970 diese fertiggestellt werden. Die Anschaffung des Motorseglers erfreute sich bald größerer Beliebtheit, zumal hiermit auch bei ungünstigerem Wetter geflogen werden kann. Mit Beginn der Flugsaison 1970 wird auch die Nordsüd-Strecke für den Motorsegler begradigt.

Beim Gebietsvergleichsfliegen des Gebietes Wiesbaden-West in Hirzenhain wurde H. Haas 1. Sieger in der Clubklasse. R. Meyer belegte den 3. Platz. In der Doppelsitzerklasse konnten O.Schmidt und A. Keiner einen beachtlichen 2. Platz erfliegen.

Am 27.06.1970 wurde wieder ein Sternflug für Segelflugzeuge nach Aßlar durchgeführt. Erstmals nahmen auch Motorsegler an diesem Sternflug teil. Sieger bei den Segelflugzeugen wurde Alex Lindner vom VfL Wetzlar e. V. Bei den Motorseglern siegte R. Strasser aus Bad Homburg.

Am 28.06.1970 führte der VfL bei schlechter Witterung seinen Modellflugwettbewerb durch. Gestartet wurde in zehn verschiedenen Klassen.

Bei den ersten hessischen Segelflugmeisterschaften in Fritzlar beteiligten sich die Piloten K. Wagner, H. Haas und R. Meyer. Durch ein Fotomißgeschick entging K. Wagner die Hessenmeisterschaft, wodurch er "nur" den 3. Platz belegte. H. Haas wurde 5. und R. Meyer erflog sich den 6. Platz.

Während der Abnahme im Frühjahr 1971 wurde die Grundsteinlegung für die zweite Flugzeughalle vorgenommen. Beim 8-tägigen Vergleichsfliegen in Breitscheid belegte der VfL Aßlar unter 21 gestarteten Segelflugzeugen des Gebietes Wiesbaden-West in der Clubklasse mit den Piloten H. Heil und H. Neubauer den 1. Platz und konnte somit seinen Vorjahreserfolg wiederholen. In der Doppelsitzerklasse belegten die Piloten A. Keiner, R. Meyer, F. Winter und W. Ache den 4. Platz. Mit einem Sternflug für Segelflugzeuge und Motorsegler nach Aßlar wurde am 26.06.1971 die neue Halle eingeweiht.
Sieger bei den einsitzigen Segelflugzeugen wurde H. Köster vom VfL Wetzlar. Bei den doppelsitzigen Segelflugzeugen siegten die Piloten F. Winter und A. Keiner vom VfL Aßlar. F. Hingott von Limburg wurde Sieger bei den Motorseglern. Stürmischer Wind und vereinzelte Regenschauer verhinderten am Sonntag, dem 27.06.1971 einen ordnungsgemäßen Ablauf des Flugmodellwettbewerbs.

Durch seinen guten 3. Platz bei den Hessischen Meisterschaften 1970 konnte Klaus Wagner an der 1. Deutschen Meisterschaft für Segelflugzeuge der Clubklasse in Dinslaken teilnehmen. Klaus Wagner belegte unter 31 Teilnehmern einen beachtlichen 11. Platz und hat somit Aussichten, bei den 1. Europameisterschaften 1972 teilnehmen zu können.

Den größten Erfolg seiner fliegerischen Laufbahn konnte Rudolf Meyer im Juli 1971 mit einem 516-km-Zielflug nach Pithiviers südlich von Paris verbuchen. Er erflog sich dadurch den 3. und letzten Diamanten zur Gold-C. Damit wurde Rudolf Meyer der 1. Aßlarer Flieger, welcher im Besitz einer Gold-C mit drei Diamanten ist.

Beim dezentralen Segelflugwettbewerb des Hessischen Luftsportbundes belegte der VfL Aßlar in der Mannschaftswertung den 2. Platz. In der Einzelwertung erflog sich R. Meyer den 6. Platz.

Inzwischen sind durch Privatanschaffungen insgesamt 3 Motorsegler in Aßlar stationiert. Die Motorsegler nahmen an verschiedenen Sternflügen teil.

Sportlich war das Jahr 1971 für den VfL das erfolgreichste seit Bestehen.

Im Januar 1972 wurde der Motorfalke nach Trier verkauft. Ein neuer doppelsitziger Motorsegler vom Typ SF 25 B zieht bereits seine Kreise über unserer schönen Gemarkung.

In der Zeit vom 01. - 04. Juni 1972 feierte der VfL sein 40-jähriges Vereinsbestehen.
Die Festlichkeiten wurden mit einem Modellflugwettbewerb eröffnet. Freitags abends zeigte die "Südwest-Starparade" ihr Können. Der Samstag begann mit Rundflügen. Die Sternflieger besuchten unser Fluggelände recht zahlreich. Mit dem Festkommers und einer großen Tombola schloß der Samstag. Ein Großflugtag rundete das Jubiläum am Sonntag ab.
Aufgrund der gelungenen Jubiläumsveranstaltung konnten viele neue Mitglieder geworben werden.

Der bestellte zweite Motorsegler wurde im November geliefert. Im Frühjahr 1973 wurde der Flugzeugpark durch den Kauf einer gebrauchten Sie 3 ergänzt, so dass der VfL die Saison mit 3 Segelflugzeugen und 2 Motorseglern beginnen konnte.

Vom 09. Juli bis 22. Juli 1973 wurde auf dem Gelände in Aßlar ein Jugendlehrgang durchgeführt. 24 Jugendliche legten in dieser Zeit verschiedene Prüfungen ab. Die Art und Weise, in welcher dieser Lehrgang durchgeführt wurde, fand bei allen Beteiligten großen Zuspruch.

Klaus Wagner erreichte bei den Deutschen Meisterschaften von insgesamt 41 Teilnehmern einen beachtlichen 18. Platz. Bei dem Hessischen Jugendvergleichsfliegen konnte sich Christian Braas als jüngster Pilot auf den 13. Platz vorarbeiten.

Mit einer Gesamtstartzahl von mehr als 3000 konnte die Saison 1973 erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Jahr 1974 begann wieder einmal mit Arbeit für alle Mitglieder. So wurde ein Kraftstofftank verlegt, das Benzinhaus erstellt und umfangreiche Erdarbeiten auf dem Gelände durchgeführt.

Laut Beschluß vom 21. März 1974 wurde der VfL Mitglied im Landessportbund Hessen. Trotz vieler Bauarbeiten kam die Fliegerei nicht zu kurz. Z. B. belegte Horst Geus beim Vergleichsfliegen in Homberg den 5. Platz. Bei den hessischen Meisterschaften der Clubklasse in Kassel Calden belegte Klaus Wagner den 1. und Rainer Laasch den 4. Platz. Um den 20.000 Start zu würdigen, wurde der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Herr Otto Muskat, zu einem Rundflug eingeladen. Um den Leistungsflug steigern zu können, bestellte der Verein für 1975 ein neues Segelflugzeug vom Typ Clublibelle. Zu einem Preis von 22.000,-- DM ohne Instrumente und ohne Hänger wurde dieses Flugzeug im April 1975 den Aktiven zur Verfügung gestellt. Der Flugzeugpark bestand nunmehr aus 4 Segelflugzeugen und 3 Motorseglern.

Das Flugwetter meinte es 1975 gut, so konnten allein im Segelflug 105 Stunden mehr als 1974 geflogen werden. Vom Fluggelände Aßlar aus wurden in dieser Saison 6000 Überlandkilometer mit Segelflugzeugen zurückgelegt.

Bei der Endausscheidung des hessischen Jugendvergleichsfliegens in Hessisch-Lichtenau belegte Christian Braas den 4. Platz. Das Vergleichsfliegen Wiesbaden-West brachte dem VfL den 2. Platz in der Doppelsitzerklasse (Piloten: Fritz Streicher / Rudolf Meyer). Bei den Einsitzern belegte Rainer Laasch den 4. Platz. An den Deutschen Meisterschaften in Kassel-Calden beteiligten sich Klaus Wagner und Rainer Laasch mit Erfolg.

Mit 1148 Starts und 678 Stunden konnte auch eine Steigerung bei den Motorseglerpiloten erzielt werden. Die 29 Piloten flogen in diesem Jahr 34 fremde Flugplätze an und konnten mit wertvollen Preisen zurückkehren.

Die von Wilhelm Knechtel in mühevoller Arbeit umgerüstete Motorlerche machte ihre ersten Erprobungsflüge in Aßlar.

Nach Abschluß der Saison 1975 beschlossen die Mitglieder für 1976 eine Werbeaktion zur Gewinnung neuer, hauptsächlich jugendlicher Mitglieder, zu starten.

Die Jahreshauptversammlung beschloß am 30. Januar 1976 u. a. eine Werbewoche durchzuführen, einen Sternflug nach Aßlar, den Aufbau eines angekauften Bruches einer Ka 6, sowie die Einführung der Clubmeisterschaften im Segelflug. Aufgrund dieser Beschlüsse gingen die Aktiven sofort an die Planung und Ausführung. Am 14. und 15. März 1976 wurden Rundflüge für die Bevölkerung organisiert. Der Erlös der Rundflugspenden wurde den Aßlarer Kindergärten zur Verfügung gestellt. Am 19. März wurde ein Film- und Diavortrag im evangelischen Gemeindehaus durchgeführt.

Zwischenzeitlich wurde unter Anleitung unseres langjährigen Werkstattleiters, Herrn Richard Keiner, am Aufbau der Ka 6 gearbeitet. Erstmals flog der Verein die Gewinner des Raiffeisenbank-Wettbewerbs auf seinem Fluggelände.

Gemeinsam mit dem MGV wurde im Juli, die durch die Stadt Aßlar ins Leben gerufene Familienwanderung, zur Zufriedenheit aller Teilnehmer durchgeführt.

Der von uns für den 07. und 08. August ausgeschriebene Sternflug nach Aßlar wurde von vielen Fliegern besucht.

In der Aktivenversammlung vom 11. November 1976 wurde der Bau einer neuen Werkstatt für 1977 beschlossen. Fliegerisch gesehen brachte das Jahr 1976 mit 3479 die größte Startzahl der Vereinsgeschichte. Insgesamt wurden somit auf dem Gelände Aßlarer Hütte von 1959 bis Ende 1976 27.539 Starts durchgeführt. Die Werbemaßnahmen brachten dem Verein 66 neue Mitglieder. Für diese beispielhafte Vereinsarbeit wurde der VfL vom Hessischen Luftsportbund mit der "Otto-Lilienthal-Urkunde" ausgezeichnet.

Der Bau der neuen Werkstatt mit Unterstellräumen machte enorme Fortschritte, so dass die Planung für den Umbau des Clubheimes ins Auge gefasst wurde. Am 26. und 27. März 1977 führte der VfL zum zweiten Male die Jahreshauptversammlung des Hessischen Luftsportbundes in Aßlar durch.

Im Juli und August wurden die Gewinner des Raiffeinsenbank-Jugendwettbewerbes erneut von uns geflogen.

660 Stunden und 1399 Starts, sowie der Besuch mehrerer Sternflüge, besonders die Flüge nach Blexen und Brüssel, meldeten die Motorsegler am Ende der Saison.

Obwohl das Wetter 1977 dem Segelflug nicht hold war, konnten die Segelflieger an überregionalen Wettbewerben mit Erfolg teilnehmen. So belegte Udo Keiner und Peter Birr in der Doppelsitzerklasse und manfred Sauer in der Einsitzerklasse den 1. Platz. Beim dezentralen Wettbewerb belegte Manfred Sauer ebenfalls den 1. Platz. Diese Erfolge rundete der VfL mit dem Sieg in der Mannschaftswertung und einem 1. Platz beim Jugendvergleichsfliegen durch Christian Braas ab.

In der Jahreshauptversammlung am 10. März 1978 beschloss der Verein eine neue Satzung. Der 1977 begonnene Bau der Werkstatt wurde zwischenzeitlich abgeschlossen, der Umbau des Clubheimes war voll im Gange. Die aufgebaute Ka 6 wurde fertiggestellt und zum Fliegen freigegeben. Erstmals führten Motorsegler und Segelflieger einen gemeinsamen Urlaub in St. Johann bei Kitzbühel durch.

Am 08. Oktober ist der Verein Ausrichter einer "Deutschen Meisterschaft" im Modellflug. Die Startzahlen gingen 1978 zurück, während sich die sportlichen Leistungen sehen lassen konnten.

Auf der Aktivenversammlung im Herbst wurde für 1979 ein "Tag der offenen Tür", ein Sternflug und eine Werbewoche geplant.

Der tragische Unfall unseres Mitgliedes Horst Heil traf die Aktivität des Vereins im Frühjahr sehr hart. Trotzdem brachte die Werbewoche dem Verein 11 neue aktive und 15 fördernde Mitglieder. Die segelfliegerischen Leistungen steigerten sich erneut. Bei den Bezirksmeisterschaften belegte Manfred Sauer den 1. und Christian Braas den 2. Platz. Einen beachtlichen 6. Platz erflog manfred Sauer bei den deutschen Junioren-Meisterschaften in Dinslaken. Bedingt durch den oben erwähnten Totalschaden, konnten die Motorsegler in diesem Jahr nur 1236 Starts verzeichnen. Mehrere Sternflüge wurden mit Erfolg besucht.

1980 beschloss die Hauptversammlung zur besseren Übersicht auf dem Gelände den Bau eines Towers.

Unter Mitwirkung aller Aktiven wurde ein neues Telefonkabel auf dem Fluggelände verlegt. Am 03. und 04. Mai 1980 wird unter Mitwirkung der WNZ eine überregionale Werbeveranstaltung unter dem Motto "Lerne Fliegen" durchgeführt. Interessenten haben die Möglichkeit in Aßlar, Braunfels, Lützellinden und Wetzlar sich über den Flugsport zu informieren und können an Rundflügen teilnehmen.

Der Flugzeugpark wurde durch den Ankauf eines weiteren Motorseglers vergrößert. Dieser Neukauf machte sich in der Jahresstatistik bemerkbar. So führten die Motorseglerpiloten in der Saison 1980 2210 Starts durch und waren insgesamt 847 Flugstunden bei einer Kilometerleistung von 30.400 km unterwegs. Außer verschiedenen Sternflügen konnten Streckenflüge nach Sindal (Dänemark), Korsika, Cannes (Südfrankreich) und St. Johann gemeldet werden.

Die Segelflieger steigerten sich erneut und konnten bei sportlichen Wettbewerben schöne Erfolge erzielen. Besonders herauszuheben ist der Gewinn der hessischen Meisterschaft in der Clubklasse durch Manfred Sauer. Insgesamt wurden 4044 Starts erreicht. Die höchsten Flugzahlen des VfL in einem Jahr.

Drei doppelsitzige Motorsegler, drei einsitzige und ein doppelsitziges Segelflugzeug gehören zu Saisonbeginn 1981 dem Verein.

Da das Zeitalter der Kunststoffflugzeuge alle Wettbewerbe und Leistungsflüge bestimmt, beschließt die Jahreshauptversammlung, ein neues doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ TWIN ASTIR zu bestellen.

Die ersten Vorbereitungen für das 50-jährige Vereinsjubiläum wurden getroffen.

Unsre beiden ältesten Piloten, Rudolf Meyer und Friedrich Braas führten am 20. Mai 1981 den 40.000sten Start in Aßlar durch. Die Jahresgesamtstartzahl im Segelflug ging aufgrund der schlechten Witterung auf 1126 Starts zurück.

Die Motorseglerpiloten erreichten 1981 wieder große Erfolge. So konnten u. a. beim Sternflug nach Elz fast alle Preise nach Aßlar geholt werden. Den 1. Platz in der Gesamtwertung, sowie den weitesten Anflug verbuchte die Mannschaft Werner Ache / Josef Cernohorsky mit einem Flug von Aßlar nach Fürstenzell, über Friedrichshafen nach Elz in 8 Std. und 45 Min. Mit Streckenflügen nach Schweden und Italien wurden neue Maßstäbe für unsere Motorsegler gesetzt.

Am Ende der Saison 1981 konnte der VfL auf insgesamt 42.234 Starts seit 1953 zurückblicken.

Durch eine kürzere Lieferfrist wurde das neue doppelsitzige Segelflugzeug von der Firma Grob ausgeliefert.

Das Jubiläumsjahr "50 Jahre Segelflug in Aßlar" kann der Verein nunmehr mit den vereinseigenen Flugzeugen Sie 3, Clublibelle, ASW 19, Ka 7 und TWIN ASTIR, sowie den Motorseglern SF 25 B, SF 25 C und SF 25 E beginnen. Folgende 5 Segelflugzeuge sind im Privatbesitz und werden ebenfalls in Aßlar geflogen: Rhönlerche, Ka 8b, Salto, Mosquito, Cirrus. Somit sind insgesamt 10 Segelflugzeuge und 3 Motorsegler in Aßlar beheimatet.

Alle Startgeräte und Sicherheitseinrichtungen sind auf dem neuesten Stand. Das Segelfluggelände wurde zwischenzeitlich nach §54 der LuftVZO erweitert, so dass uns benachbarte Flieger ohne besondere Genehmigung besuchen können.

Der Verein hat in seiner 50-jährigen Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt. Er hat sich immer und zu jeder Zeit, in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt.